
Nachdem Du nun weißt, dass differenzielles Üben vor allem Vielfalt im Denken und Handeln bedeutet, stellt sich die Frage: Wie sieht das eigentlich konkret aus? Denn Theorie ist gut – Praxis ist besser. Und die gute Nachricht: Du brauchst weder Extra-Zeit noch spezielles Material, um sofort zu starten.
Beginne mit einer kleinen Passage aus Deinem Stück – maximal 2–4 Takte. Und dann variiere gezielt:
- Spiele sie im halben oder doppelten Tempo.
- Ändere die Artikulation: staccato, legato, akzentuiert.
- Dreh die Dynamik um: von leise nach laut oder umgekehrt.
- Spiele sie mit geschlossenen Augen, um Dein Körpergefühl zu stärken.
- Oder spiele die Passage rückwärts – eine spannende Herausforderung für Dein Gehirn!
Diese Veränderungen mögen auf den ersten Blick spielerisch wirken – aber sie sind hochwirksam. Sie fordern Dein Gehirn heraus, Situationen neu zu verarbeiten, statt automatisiert zu reagieren. Du schaffst damit alternative Zugängezur Musik, die im Ergebnis zu mehr Sicherheit, Flexibilität und Ausdruck führen.
Und das Beste: Du wirst merken, wie Du intuitiver, bewusster und musikalischer wirst – weil Du das Stück von innen heraus kennst.

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