
Wie Wiederholung Dich blockieren kann – und wie Variation Dich befreit
Wenn Du ein Musikstück immer wieder auf dieselbe Weise übst, dann entstehen im Gehirn sogenannte stabile Bahnungen. Das bedeutet: Die Informationen werden tief verankert – aber oft auch fixiert. Sobald Du dann etwas ändern möchtest (z. B. das Tempo, die Phrasierung oder die Dynamik), fühlt es sich schwierig an. Du musst „gegen Deine Gewohnheit“ ankämpfen.
Differenzielles Üben verhindert genau das: Es sorgt bewusst dafür, dass sich keine starren Automatismen festsetzen, sondern stattdessen ein netzartiges neuronales System entsteht – voller Alternativen, Zugriffsmöglichkeiten und Flexibilität. Du kannst ein Stück dann nicht nur so, wie Du es immer geübt hast – Du kannst es anders, freier, anpassungsfähig.
🔄 In der Praxis bedeutet das:
- Statt 20x dieselbe Stelle gleich zu spielen, spiel sie 10x unterschiedlich.
- Nutze bewusste „Störungen“: ändere Artikulation, Reihenfolge, Lautstärke, Rhythmus.
- Fordere Dein Gehirn aktiv heraus, mehrere Lösungen zu finden – nicht nur eine perfekte.
Der Lohn?
Nicht nur mehr technische Sicherheit, sondern auch eine größere Unabhängigkeit von äußeren Bedingungen: Aufregung, andere Akustik, ungewohnte Instrumente – all das bringt Dich nicht mehr so leicht aus dem Konzept.
🎯 Differenzielles Üben ist keine Spielerei – es ist gehirngerechtes Lernen auf musikalisch hohem Niveau.

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