
Wenn wir von „neuronaler Vielfalt“ sprechen, denken viele an das Gehirn. Doch effektives Üben entsteht nicht im Kopf allein. Unser gesamtes nervlich-musikalisches System ist beteiligt – Bewegung, Atmung, Haltung, Hören, Sehen, Fühlen. Wer differenziell übt, aktiviert nicht nur neue Denkwege, sondern auch neue Verbindungen zwischen Sinneseindrücken, Bewegungsmustern und Klangvorstellungen.
Das heißt: Wenn Du ein Stück in vielen Varianten spielst, trainierst Du nicht nur die Finger – Du veränderst Deine gesamtkörperliche Wahrnehmung. Neue Tonarten, verändertes Tempo oder ein Perspektivwechsel (z. B. im Stehen statt im Sitzen spielen) fordern das Zusammenspiel von Motorik, Balance, Atmung und Klanggestaltung auf vielfältige Weise heraus.
Diese multisensorische Differenzierung ist entscheidend:
Denn Lernen, das auf mehreren Ebenen stattfindet – kognitiv, emotional, körperlich – wird tiefer verankert, abrufbarer und musikalischer. Du verinnerlichst nicht nur das „Was“, sondern auch das „Wie“ und „Warum“ eines musikalischen Moments.
💡 Deshalb ist differenzielles Üben keine Spielerei, sondern ein Training für das ganze Musiker:innen-System. Es fördert nicht nur Technik und Ausdruck, sondern auch körperliche Selbstregulation, Achtsamkeit und künstlerische Entscheidungsfähigkeit.
🎯 Fazit: Wer mit dem ganzen Körper denkt, übt nicht nur anders – sondern musiziert anders.

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