Effektive Übetechniken, Tipps & Tricks für alle Instrumente – für schnellere Fortschritte und mehr Spaß am Musizieren!

great on stage

Ein Artikel über Haltung, Präsenz und das Üben mit Kopf und Herz

Es ist ein Satz, der hängen bleibt. Vielleicht, weil er beides in sich trägt: die kindliche Offenheit des Anfangs – und die Souveränität dessen, der seinen Weg kennt. Für alle, die ein Instrument lernen oder auf die Bühne gehen, steckt darin ein Schlüssel.

Was bedeutet dieser Satz?

„Übe mit der Neugier des Anfangs“ erinnert Dich daran, offen zu bleiben: fürs Scheitern, für Fragen, für Überraschungen. Nicht gleich wissen zu müssen, wie es geht. Die Stelle, die holpert, ist kein Beweis Deines Versagens – sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen. Was passiert da eigentlich? Was braucht es? Der Anfang ist der Ort, an dem noch alles möglich ist.

„Spiele mit dem Vertrauen eines Meisters“ – das heißt nicht, perfekt zu sein. Sondern präsent. Nicht mehr zu zweifeln, sondern loszulassen. Zu vertrauen auf das, was da ist: auf Deinen Körper, Deine Hände, Deinen Atem, Dein Ohr. In der Situation des Spielens ist kein Raum mehr für Kontrolle. Der Meister ist nicht besser – nur freier.

Warum ist das wichtig?

Viele Erwachsene verlieren beim Üben die Balance: Entweder bleiben sie ewig im Anfängerzweifel („Ich kann das noch nicht …“) – oder sie wollen sofort glänzen („Ich darf keinen Fehler machen!“). Beides blockiert. Gute Musik entsteht, wenn Neugier und Vertrauen sich die Hand geben.


Drei Praxistipps für Neugier im Üben

  1. Mach Fehler sichtbar.
    Nimm beim Üben nicht nur auf, was gut läuft, sondern beobachte, wo Du hängenbleibst – und was das über Technik, Haltung oder Aufmerksamkeit sagt.
  2. Stelle Fragen statt Urteile.
    Nicht: „Warum krieg ich das nie hin?!“ Sondern: „Was genau ist hier gerade schwierig?“ – So kommst Du in eine forschende Haltung.
  3. Variiere bewusst.
    Spiele eine Passage im Schneckentempo, rückwärts oder mit anderer Artikulation. Neugier lebt von neuen Blickwinkeln.

Drei Praxistipps für Vertrauen beim Spielen

  1. Atme vor dem ersten Ton.
    Klingt simpel – ist aber entscheidend. Der erste Atemzug ist wie der Schritt auf die Bühne: Er macht den Körper bereit.
  2. Spiele nicht „richtig“ – spiele „ganz“.
    Deine Präsenz ist wichtiger als Perfektion. Ein Ton mit Energie ist wertvoller als zehn korrekte, aber leere.
  3. Visualisiere Deine Sicherheit.
    Stell Dir vor, wie Du spielst – mit Freude, Ruhe, Ausdruck. Mentales Üben kann Vertrauen aufbauen.

Beobachtungsaufgabe für die Woche

Beobachte Dich in zwei Situationen:

  1. Beim Üben: Wann bist Du offen und neugierig? Wann wirst Du streng mit Dir?
  2. Beim Spielen oder Vorspielen: Was hilft Dir, Vertrauen zu spüren?
    Schreib Dir zwei Gedanken auf – einen zur Neugier, einen zum Vertrauen.

Fazit:
Üben ist mehr als Wiederholung. Es ist eine Haltung. Wer mit kindlicher Neugier übt, bleibt lebendig. Wer mit dem Vertrauen eines Meisters spielt, wird gehört. Vielleicht ist es genau diese Spannung, die Musik so menschlich macht.

Wie gelingt Dir die Balance?
Was hilft Dir, neugierig zu bleiben – und wann spürst Du Vertrauen?
Teile Deine Gedanken mit uns.

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