Technik ist das Fundament, Ausdruck das Ziel. Wenn Du versuchst, beides gleichzeitig zu erarbeiten, verheddern sich oft Finger und Emotionen. Natürlich entsteht Dein Werk mit Deinem Ausdruck und Deiner Interpretation zusammen. Beides bedingt sich und beeinflusst sich auch. Ein bestimmter Ausdruck erfordert eine bestimmte Technik und bestimmte Techniken ermöglichen es, Dich auf diese eine besondere Weise auszudrücken. Doch Profis trennen den Prozess beim Erarbeiten eines neuen Stückes immer mal wieder: Zuerst wird die Technik (Fingerläufe, Balgführung, Atmung) absolut sicher geübt. Erst danach kommt die musikalische Gestaltung – Dynamik, Phrasierung, Tempoverläufe. Das ist wie beim Hausbau: Erst das stabile Fundament, dann die schöne Einrichtung. So erreichst Du technische Präzision und gleichzeitig einen lebendigen, ausdrucksstarken Vortrag.


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