Effektive Übetechniken, Tipps & Tricks für alle Instrumente – für schnellere Fortschritte und mehr Spaß am Musizieren!

Effektiv üben in drei Phasen

Warum das 40+-Gehirn beim Instrumentlernen besondere Stärken hat

Wenn Du 40+ bist und ein Instrument lernst, kennst Du beides: Lust auf Klang – und den Moment, in dem es scheinbar nicht weitergeht. Gute Nachrichten: Genau hier hilft das Dreiphasenmodell des motorischen Lernens (Fitts & Posner). Es beschreibt, wie jede Fertigkeit zuverlässig wächst – egal ob Akkordeon, Klavier oder Gitarre.

Die drei Phasen

  1. Kognitive Phase (cognitive stage)
    • Anfänger:innen müssen jede Bewegung bewusst durchdenken.
    • Fehlerquote ist hoch, Aufmerksamkeit wird stark beansprucht.
    • Ziel: Verstehen, was und wie eine Bewegung ausgeführt wird.
    • Typisch: langsame, unkoordinierte Bewegungen, starkes Nachdenken.
  2. Assoziative Phase (associative stage)
    • Bewegungen werden flüssiger, weniger Fehler, erste Automatisierungen.
    • Aufmerksamkeit kann zunehmend auf Details wie Timing oder Ausdruck gelegt werden.
    • Feedback (z. B. von Lehrer:innen) ist wichtig, um Feinjustierung vorzunehmen.
  3. Autonome Phase (autonomous stage)
    • Bewegungen laufen nahezu automatisch ab.
    • Kaum kognitive Aufmerksamkeit erforderlich – Raum für Kreativität, Interpretation oder parallele Aufgaben (z. B. Noten lesen + Ausdruck gestalten).
    • Diese Phase wird oft erst nach vielen Jahren Übung erreicht (z. B. bei Musiker:innen oder Sportler:innen).

Die drei Phasen in Kurzform für uns MusikerInnen:

  • Kognitive Phase: Alles ist neu. Hohe Aufmerksamkeit, viele Fehler. Ziel: grobe Vorstellung und die „Landkarte“ des Stücks bauen. 
  • Assoziative Phase: Bewegungen werden geschmeidiger. Du verknüpfst Sinnabschnitte, reduzierst Fehler, reagierst flexibler. 
  • Autonome Phase: Vieles läuft „von selbst“. Aufmerksamkeit wird frei für Ausdruck, Bühne, Musikalität.

Warum das für Erwachsene passt: Lernen ist keine Frage des Geburtsjahrs. Neuroplastizität bleibt erhalten – sie wird durch sinnvolles Üben, passende Schwierigkeit und Abwechslung aktiviert.

So nutzt Du das Modell heute:

  1. Benenne Deine Phase für eine konkrete Stelle.
  2. Wähle passende Werkzeuge:
    • Kognitiv: laut zählen, segmentieren, superlangsam.
    • Assoziativ: Übergänge, Rhythmus klarziehen, Feedback nutzen.
    • Autonom: Variieren (Tempo/Dynamik/Ort), mini-Auftritte.

Tipp für heute: Spiele eine knifflige Passage halb so schnell und nur 2 Takte. Erst wenn sie locker klingt, füge den nächsten Takt dazu.

Dranbleiben: Abonniere diese Seite, damit Du keine Folge verpasst

Hinterlasse einen Kommentar