Effektive Übetechniken, Tipps & Tricks für alle Instrumente – für schnellere Fortschritte und mehr Spaß am Musizieren!

Effektiv üben in drei Phasen

Feedback, das wirklich hilft (und wann es stört)

Zu viel Feedback kann Lernen bremsen: Das Gehirn verlässt sich auf Hinweise, statt eigene Fehlerkorrektur zu entwickeln. Wir unterscheiden Knowledge of Results (KR) und Knowledge of Performance (KP) – Ergebnis vs. Bewegungshinweis.

__________________________________________

Ursprung und Definition

  • Der Unterschied zwischen Knowledge of Results (KR) und Knowledge of Performance (KP) stammt aus der Lernpsychologie und Motor-Learning-Forschung (u. a. Schmidt & Lee, Motor Control and Learning).
  • Beide Begriffe beziehen sich auf externes Feedback, das Lernende beim Erlernen motorischer Fertigkeiten (z. B. Sport, Instrument) erhalten.

Knowledge of Results (KR) – Ergebniswissen

  • Beschreibt Feedback über das Endergebnis einer Handlung.
  • Beantwortet die Frage: „Habe ich mein Ziel erreicht?“
  • Beispiel Musik: „Du hast die richtige Taste gespielt“ oder „Das Stück war fehlerfrei.“
  • Typisch: Ja/Nein-Information, punktuelles Ergebnis.
  • Vorteil: Einfach, objektiv, leicht messbar.
  • Nachteil: Sagt wenig über die Qualität der Bewegung selbst aus.

Knowledge of Performance (KP) – Bewegungswissen

  • Beschreibt Feedback über die Ausführung der Bewegung (den Prozess).
  • Beantwortet die Frage: „Wie habe ich gespielt?“
  • Beispiel Musik: „Deine Handhaltung war locker“ oder „Der Bogenstrich war gleichmäßig.“
  • Typisch: qualitativ, detailliert, bezieht sich auf Technik, Haltung oder Bewegungsabläufe.
  • Vorteil: Hilft gezielt, Bewegungsfehler zu korrigieren.
  • Nachteil: Erfordert mehr Fachwissen vom Lehrenden, komplexer zu vermitteln.

Wissenschaftliche Bewertung

  • Forschung zeigt:
    • KR ist besonders hilfreich in frühen Lernphasen, um Orientierung zu geben („richtig oder falsch“).
    • KP ist essenziell, um Technik zu verbessern und Bewegungen langfristig zu automatisieren.
  • Moderne Studien empfehlen eine Kombination beider Feedbackarten, angepasst an Lernstand und Ziel.

Eine kluge Mischung und weniger Frequenz fördern nachhaltiges Lernen.

Praxisplan:

  • Phase 1: häufigeres KP (Bewegungsbild).
  • Phase 2: reduziertes KR/KP, mehr Selbstbeurteilung.
  • Phase 3: sparsame, musikalische Ziele (Klang/Bühne).

Tipp für heute: 

Zähle laut zwei Qualitäten, bevor Du spielst (z.B. „gleichmäßiger Balg, runder Ton“) – erst nach 3 Durchgängen Feedback notieren.

Hinterlasse einen Kommentar