Feedback, das wirklich hilft (und wann es stört)
Zu viel Feedback kann Lernen bremsen: Das Gehirn verlässt sich auf Hinweise, statt eigene Fehlerkorrektur zu entwickeln. Wir unterscheiden Knowledge of Results (KR) und Knowledge of Performance (KP) – Ergebnis vs. Bewegungshinweis.
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Ursprung und Definition
- Der Unterschied zwischen Knowledge of Results (KR) und Knowledge of Performance (KP) stammt aus der Lernpsychologie und Motor-Learning-Forschung (u. a. Schmidt & Lee, Motor Control and Learning).
- Beide Begriffe beziehen sich auf externes Feedback, das Lernende beim Erlernen motorischer Fertigkeiten (z. B. Sport, Instrument) erhalten.
Knowledge of Results (KR) – Ergebniswissen
- Beschreibt Feedback über das Endergebnis einer Handlung.
- Beantwortet die Frage: „Habe ich mein Ziel erreicht?“
- Beispiel Musik: „Du hast die richtige Taste gespielt“ oder „Das Stück war fehlerfrei.“
- Typisch: Ja/Nein-Information, punktuelles Ergebnis.
- Vorteil: Einfach, objektiv, leicht messbar.
- Nachteil: Sagt wenig über die Qualität der Bewegung selbst aus.
Knowledge of Performance (KP) – Bewegungswissen
- Beschreibt Feedback über die Ausführung der Bewegung (den Prozess).
- Beantwortet die Frage: „Wie habe ich gespielt?“
- Beispiel Musik: „Deine Handhaltung war locker“ oder „Der Bogenstrich war gleichmäßig.“
- Typisch: qualitativ, detailliert, bezieht sich auf Technik, Haltung oder Bewegungsabläufe.
- Vorteil: Hilft gezielt, Bewegungsfehler zu korrigieren.
- Nachteil: Erfordert mehr Fachwissen vom Lehrenden, komplexer zu vermitteln.
Wissenschaftliche Bewertung
- Forschung zeigt:
- KR ist besonders hilfreich in frühen Lernphasen, um Orientierung zu geben („richtig oder falsch“).
- KP ist essenziell, um Technik zu verbessern und Bewegungen langfristig zu automatisieren.
- Moderne Studien empfehlen eine Kombination beider Feedbackarten, angepasst an Lernstand und Ziel.
Eine kluge Mischung und weniger Frequenz fördern nachhaltiges Lernen.
Praxisplan:
- Phase 1: häufigeres KP (Bewegungsbild).
- Phase 2: reduziertes KR/KP, mehr Selbstbeurteilung.
- Phase 3: sparsame, musikalische Ziele (Klang/Bühne).
Tipp für heute:
Zähle laut zwei Qualitäten, bevor Du spielst (z.B. „gleichmäßiger Balg, runder Ton“) – erst nach 3 Durchgängen Feedback notieren.


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