Musik als Teil deines Lebens

Viele beginnen ein Instrument mit einem Ziel. Ein bestimmtes Stück. Ein Unterrichtswunsch. Ein alter Traum. Ein Anlass. Manchmal auch der Satz: Jetzt möchte ich das endlich wieder machen. Diese Ziele sind wertvoll. Sie bringen Bewegung in Gang. Mit der Zeit darf Musik aber mehr werden als ein Projekt. Sie kann ein Ort sein. Ein Ort,…

Viele beginnen ein Instrument mit einem Ziel.

Ein bestimmtes Stück. Ein Unterrichtswunsch. Ein alter Traum. Ein Anlass. Manchmal auch der Satz: Jetzt möchte ich das endlich wieder machen.

Diese Ziele sind wertvoll. Sie bringen Bewegung in Gang. Mit der Zeit darf Musik aber mehr werden als ein Projekt.

Sie kann ein Ort sein.

Ein Ort, an dem du dich sammelst.
Ein Ort, an dem du hörst, wie es dir geht.
Ein Ort, an dem du mit anderen in Kontakt kommst.
Ein Ort, an dem Leistung eine Rolle spielt, aber nicht die ganze Musik erklärt.

Wer mitten im Leben ein Instrument lernt, braucht diesen weiteren Blick. Wenn im Beruf, in Familie oder Alltag ohnehin viel organisiert, bewertet und erledigt wird, kann man am Instrument schnell in denselben Modus rutschen: Was habe ich geschafft? Wie weit bin ich? Warum klappt das noch nicht?

Solche Fragen haben ihren Platz. Sie dürfen aber Gesellschaft bekommen.

Welche Musik tut mir gerade gut?
Was möchte ich nur spielen, ohne daran zu arbeiten?
Wo möchte ich besser werden?
Wann brauche ich Gemeinschaft?
Wann brauche ich Ruhe?

Musik bleibt lebendiger, wenn sie mehrere Funktionen haben darf.

Manche Tage sind Übetage. Andere Tage sind Hörtage. Manchmal reicht ein Lieblingsstück. Manchmal ist eine technische Einheit genau richtig. Manchmal bringt gemeinsames Musizieren mehr als eine weitere halbe Stunde allein.

Auch das gehört zum effektiven Üben: zu wissen, welche Art von musikalischer Arbeit gerade sinnvoll ist.

Viele verschieben das gemeinsame Spielen lange, weil sie sich noch nicht sicher genug fühlen. Dabei muss gemeinsames Musizieren nicht mit einem großen Ensemble beginnen. Ein Duett, eine Begleitung, eine kleine Hausmusik, eine offene Gruppe — all das kann reichen.

Im Zusammenspiel hört man anders. Der Rhythmus bekommt Verantwortung. Der Klang bekommt eine Richtung. Fehler verlieren etwas von ihrer Dramatik, weil die Musik weitergeht.

Besser Üben endet deshalb nicht bei Technik, Struktur und Fehlerarbeit. Es geht auch darum, Musik als Teil des eigenen Lebens zu verstehen.

Denn am Ende übst du nicht nur für Fortschritt.

Du übst auch für Beziehung. Zu deinem Instrument. Zu Klang. Zu anderen Menschen. Und zu dir selbst.

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